Google Ads Kosten: was du wirklich zahlst – und was eine Anfrage kostet
Kurz gesagt: Die Google Ads Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: dem Werbebudget, das direkt an Google geht, der Betreuung, wenn du sie abgibst, und einmaligen Kosten für Landingpage und Einrichtung. Google selbst hat kein Mindestbudget und keine Grundgebühr – du zahlst pro Klick, und der Klick kostet in der Regel weniger als dein Höchstgebot. Für einen lokalen Betrieb sind 300 bis 800 Euro Werbebudget im Monat der realistische Einstiegsbereich, bei teuren Branchen wie Recht, Sanierung oder Medizintechnik eher das Doppelte. Die einzige Zahl, die am Ende zählt, ist aber nicht der Klickpreis, sondern was dich eine echte Anfrage kostet.
Wie der Klickpreis überhaupt entsteht
Google Ads ist eine Versteigerung, die bei jeder einzelnen Suchanfrage neu stattfindet. Du legst fest, was dir ein Klick auf ein bestimmtes Suchwort höchstens wert ist. Was du tatsächlich bezahlst, liegt fast immer darunter, weil sich der Preis am nächstschwächeren Mitbewerber orientiert und nicht an deinem eigenen Gebot.
Entscheidend ist dabei, dass das Gebot nur die halbe Miete ist. Google bewertet zusätzlich, wie gut deine Anzeige und die Zielseite zur Suche passen. Wer eine passende Anzeige mit einer passenden Landingpage kombiniert, zahlt für dieselbe Position weniger als ein Mitbewerber, der alle Klicks auf seine Startseite schickt. Das ist der Grund, warum zwei Betriebe mit identischem Budget völlig unterschiedliche Ergebnisse bekommen.
Die Spanne bei den Klickpreisen ist enorm. Ein Klick auf eine lokale Handwerkersuche liegt oft zwischen 1 und 4 Euro. In Bereichen mit hohem Auftragswert – Rechtsberatung, Versicherung, Sanierung nach Wasserschaden – sind 10 bis 25 Euro pro Klick normal. Das klingt absurd, ist es aber nicht: Wenn ein gewonnener Auftrag 8.000 Euro einbringt, darfst du auch 400 Euro in die Anbahnung stecken.
Beim Tagesbudget gibt es eine Eigenheit, die regelmäßig für Verwirrung sorgt: Google darf an einzelnen Tagen deutlich mehr ausgeben als dein eingestelltes Tagesbudget, gleicht das aber über den Monat wieder aus. Über den Monat gerechnet zahlst du nie mehr als Tagesbudget mal etwa 30. Erschrick also nicht, wenn ein einzelner Dienstag aus der Reihe fällt.
Welches Monatsbudget wirklich etwas bewegt
Die ehrliche Untergrenze ergibt sich nicht aus einem Bauchgefühl, sondern aus einer Rechnung. Du brauchst genug Klicks, damit aus ihnen überhaupt Anfragen werden können. Bei einer guten Landingpage wird aus ungefähr jedem zwanzigsten bis zehnten Klick eine Anfrage. Kostet dein Klick 2 Euro, brauchst du also grob 20 bis 40 Euro für eine Anfrage. Wer pro Monat fünf Anfragen will, landet bei 100 bis 200 Euro – und das ist die Rechnung für den günstigen Fall.
Darunter wird es nicht nur wenig, sondern unbrauchbar. Mit drei Klicks am Tag lässt sich nicht erkennen, welches Suchwort funktioniert und welches Geld verbrennt. Du kaufst dann keine Werbung, sondern Zufall. Deshalb rate ich lokalen Betrieben zu mindestens 300 Euro im Monat für die ersten drei Monate, lieber 500, und zu der Bereitschaft, in dieser Zeit bewusst Lehrgeld zu zahlen. Nach etwa acht bis zwölf Wochen weißt du, welche Suchbegriffe tragen, und kannst das Budget dorthin verschieben.
Zum Werbebudget kommt die Betreuung. Agenturen rechnen entweder prozentual, meist 10 bis 20 Prozent vom Werbebudget, oder mit einer monatlichen Pauschale, die bei kleinen Konten üblicherweise zwischen 250 und 600 Euro liegt. Bei kleinen Budgets ist die Pauschale fast immer ehrlicher: Bei 400 Euro Werbebudget wären 15 Prozent gerade einmal 60 Euro, und für 60 Euro betreut niemand ein Konto ernsthaft. Rechne bei einer prozentualen Abrechnung außerdem nach, ob die Agentur einen Anreiz hat, dein Budget zu erhöhen statt deine Kosten pro Anfrage zu senken.
Die Zahl, auf die es ankommt: Kosten pro Anfrage
Klickpreise sind eine Zwischengröße. Interessant wird es erst, wenn du weißt, was dich eine Anfrage und was dich ein gewonnener Auftrag kostet. Dafür brauchst du keine aufwendige Messtechnik, sondern zwei Dinge: eine eigene Telefonnummer für die Anzeigen und ein Formular, dessen Absendungen sauber erfasst werden.
Die Rechnung ist simpel. Werbebudget des Monats geteilt durch die Zahl der Anfragen ergibt die Kosten pro Anfrage. Anfragen mal deiner Abschlussquote ergibt die Aufträge, und Budget geteilt durch Aufträge ergibt, was dich ein Kunde gekostet hat. Diese Zahl vergleichst du mit deinem Deckungsbeitrag, nicht mit dem Umsatz. Solange ein Auftrag mehr Marge bringt als seine Anbahnung kostet, ist die Kampagne wirtschaftlich – auch wenn der einzelne Klick teuer aussieht.
Genau an dieser Stelle entscheidet sich übrigens, ob Anzeigen oder Suchmaschinenoptimierung der bessere Weg für dich sind. Anzeigen liefern sofort, hören aber am Tag nach der Abschaltung auf. Organische Sichtbarkeit braucht Monate, läuft dafür weiter. In der Praxis ergänzt sich beides: Anzeigen für die dringenden Suchen mit Kaufabsicht, organische Arbeit für alles, was länger trägt. Wo deine Seite dabei heute steht, siehst du im kostenlosen Sichtbarkeits-Check.
Drei Stellen, an denen Budget verbrennt
Erstens die Zielseite. Klicks auf die Startseite sind der teuerste Fehler überhaupt. Wer nach „Rohrreinigung Notdienst“ sucht, will keine Firmengeschichte, sondern eine Nummer und die Information, dass jemand heute kommt. Eine Anzeige, die auf eine passende Unterseite führt, senkt die Kosten pro Anfrage oft deutlich – bei unverändertem Budget. Was eine solche Seite leisten muss, beschreibe ich unter Webdesign.
Zweitens die fehlenden Ausschlusswörter. Ohne sie zahlst du für Suchen nach „Ausbildung“, „selber machen“, „kostenlos“ oder dem Namen deines Mitbewerbers. In jungen Konten geht so regelmäßig ein erheblicher Teil des Budgets weg. Der Suchbegriffe-Bericht im Konto zeigt dir wöchentlich, wofür du tatsächlich bezahlt hast – das ist die wichtigste halbe Stunde im ganzen Ablauf.
Drittens die räumliche und zeitliche Streuung. Ein Betrieb, der 40 Kilometer weit fährt, muss nicht bundesweit werben. Und wenn niemand ans Telefon geht, ist ein Klick um 22 Uhr wertlos – es sei denn, Anrufe und Formulare werden außerhalb der Zeiten zuverlässig angenommen. Genau dafür lohnt sich ein Blick auf KI-Automatisierung, denn eine Anfrage, die du bezahlt und dann nicht beantwortet hast, ist die teuerste von allen. Welche Leistungen ich rund um Anzeigen, Website und Sichtbarkeit anbiete, findest du unter Leistungen.
Häufige Fragen
Was kostet Google Ads im Monat mindestens?
Google verlangt kein Mindestbudget und keine Grundgebühr, du könntest theoretisch mit 50 Euro starten. Sinnvoll ist das nicht: Unter etwa 300 Euro im Monat sammelst du zu wenig Daten, um zu erkennen, welche Suchbegriffe funktionieren. Für einen lokalen Betrieb sind 300 bis 800 Euro Werbebudget plus Betreuung der realistische Rahmen, in teuren Branchen entsprechend mehr.
Warum sind meine Klickpreise so viel höher als die Schätzung?
Meist liegt es nicht am Gebot, sondern an der Passung. Wenn Suchwort, Anzeigentext und Zielseite nicht zusammenpassen, bewertet Google die Anzeige schlechter und du zahlst für dieselbe Position mehr. Der zweite häufige Grund sind zu weit gefasste Suchwörter, bei denen du gegen bundesweite Anbieter mit ganz anderen Budgets mitbietest.
Lohnen sich Google Ads für kleine Betriebe überhaupt?
Ja, aber nur bei einer Leistung mit echter Dringlichkeit oder ordentlichem Auftragswert. Wer Notdienste, Reparaturen, Sanierungen oder Beratungen anbietet, findet bei Google Menschen mit akutem Bedarf. Bei niedrigen Auftragswerten und langen Entscheidungswegen ist das Geld dagegen oft in der eigenen Sichtbarkeit und im Google-Unternehmensprofil besser angelegt.


