Homepage erstellen lassen: Ablauf, Anbieterwahl und was du selbst vorbereiten musst
Kurz gesagt: Wenn du deine Homepage erstellen lässt, entscheidet sich das Ergebnis weniger am Design als an drei Dingen: einem klaren Ziel (was soll ein Besucher am Ende tun?), einem Anbieter, der Technik, Texte und Auffindbarkeit zusammen denkt, und deiner eigenen Vorbereitung. Ein typisches Projekt läuft in fünf Phasen ab: Briefing, Struktur, Inhalte, Umsetzung, Livegang mit Nachkontrolle. Für eine Website mit fünf bis fünfzehn Seiten sind vier bis acht Wochen realistisch. Die häufigste Verzögerung sind nicht Programmierer, sondern fehlende Texte und Fotos vom Auftraggeber.
Der Ablauf: fünf Phasen vom Briefing bis zum Livegang
Seriöse Anbieter arbeiten fast immer in einer ähnlichen Reihenfolge. Wenn du die Phasen kennst, erkennst du schnell, ob ein Angebot vollständig ist oder ob Schritte fehlen, die später teuer nachgeholt werden müssen.
- Briefing: Wer sind deine Kunden, was sollen sie auf der Seite tun, wie misst du Erfolg? Gute Anbieter fragen hier nach Anfragen pro Monat, nicht nach Lieblingsfarben.
- Struktur: Welche Seiten braucht es, für welche Suchbegriffe soll jede Seite gefunden werden, wie führt die Navigation zum Kontakt? Hier entsteht eine Seitenliste, bevor irgendetwas gestaltet wird.
- Inhalte: Texte, Fotos, Referenzen, Preise oder Preisrahmen. Ob du selbst schreibst oder schreiben lässt, muss vorher klar sein.
- Umsetzung: Design, Programmierung, Einbau der Inhalte, Ladezeit, mobile Darstellung, Datenschutz, Impressum.
- Livegang und Nachkontrolle: Umzug auf die eigene Domain, Weiterleitungen von alten Adressen, Anmeldung in der Google Search Console, Test aller Formulare und ein Blick nach vier Wochen: Kommen Anfragen an, wird die Seite gefunden?
Fehlt Phase 2 oder Phase 5 im Angebot, ist das ein Warnsignal. Eine Seite ohne durchdachte Struktur sieht gut aus, wird aber nicht gefunden. Eine Seite ohne Nachkontrolle verliert beim Relaunch oft genau die Rankings, die die alte Seite noch hatte.
Was du selbst vorbereiten solltest
Die meisten Projekte verzögern sich nicht beim Anbieter, sondern beim Auftraggeber. Wer die folgenden Punkte vor dem ersten Gespräch klärt, spart Wochen und meist auch Geld, weil weniger Abstimmungsrunden nötig sind.
- Ein Satz zum Ziel: „Wir wollen mehr Anfragen für Badsanierungen im Umkreis von 30 Kilometern“ ist ein Ziel. „Wir brauchen eine moderne Website“ ist keins.
- Deine drei wichtigsten Leistungen: Mit welchen Aufträgen verdienst du am meisten oder willst du wachsen? Jede davon bekommt später eine eigene Seite.
- Die Fragen deiner Kunden: Schreib zehn Fragen auf, die du am Telefon immer wieder beantwortest. Daraus entstehen die besten Texte und der FAQ-Bereich.
- Echte Fotos: Team, Räume, Arbeitsproben. Stockfotos wirken austauschbar, und Kunden merken das.
- Zugänge: Domain-Anbieter, bisheriges Hosting, Google-Unternehmensprofil, E-Mail-Postfächer. Fehlende Zugangsdaten sind der Klassiker, der einen Livegang um Tage verschiebt.
Wenn du bereits eine Website hast, lohnt vorher ein Blick darauf, welche Seiten heute schon Besucher bringen. Diese Seiten dürfen beim Neubau nicht einfach verschwinden. Wie du dabei vorgehst, steht auf unserer Seite zum Website-Relaunch.
Sechs Fragen, die du jedem Anbieter stellen solltest
Ob Freelancer, Agentur oder Baukasten mit Service: Diese Fragen trennen in einem Gespräch von zwanzig Minuten die passenden Anbieter von den unpassenden.
- Wem gehört die Website am Ende? Domain, Hosting-Vertrag und Inhalte sollten auf dich laufen. Bei Mietmodellen mit langer Laufzeit gehört dir oft nichts davon.
- Kann ich Texte und Bilder selbst ändern? Ein Öffnungszeiten-Update darf keine Rechnung auslösen. Lass dir das System zeigen.
- Wie sorgt ihr dafür, dass die Seite gefunden wird? Achte auf konkrete Antworten: Seitenstruktur nach Suchbegriffen, Titel und Beschreibungen, strukturierte Daten, Ladezeit. „SEO ist inklusive“ ohne Details heißt meist: nichts davon.
- Was passiert nach dem Livegang? Updates, Sicherheit, Backups. Eine WordPress-Seite ohne Wartung ist nach einem Jahr ein Risiko.
- Ist die Seite barrierefrei? Für viele Betriebe gilt seit 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Auch wo es nicht greift, profitieren alle Besucher von gut lesbaren, bedienbaren Seiten.
- Kann ich Referenzen sehen, die heute noch Anfragen bringen? Nicht nur schöne Screenshots, sondern Seiten, die bei Google zu finden sind.
Ein zusätzlicher Punkt gewinnt gerade an Gewicht: Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Antworten nach einem passenden Betrieb in ihrer Nähe. Eine neue Website sollte so aufgebaut sein, dass diese Systeme deine Leistungen, deinen Ort und deine Zuständigkeit klar herauslesen können. Was das konkret bedeutet, erklären wir auf der Seite zur Generative Engine Optimization.
Baukasten, Freelancer oder Agentur?
Ein Baukasten reicht, wenn du wenig Seiten brauchst, Zeit für Texte hast und dir Auffindbarkeit nicht so wichtig ist, etwa für eine reine Visitenkarte. Ein Freelancer passt, wenn das Projekt überschaubar ist und du einen festen Ansprechpartner willst. Eine Agentur lohnt sich, wenn Design, Texte, SEO und Technik aus einer Hand kommen sollen und die Website ein echter Vertriebskanal werden soll.
Was die einzelnen Varianten realistisch kosten, haben wir im Beitrag Was eine Website 2026 wirklich kosten sollte zusammengestellt. Wichtiger als der Preis ist die Frage, was die Seite in zwei Jahren eingebracht hat. Eine günstige Seite, die keine Anfragen bringt, ist am Ende die teuerste.
Wenn du unsicher bist, wo deine aktuelle Website steht, beginne mit einer Bestandsaufnahme. Im Website- und SEO-Audit prüfen wir Technik, Inhalte, Google-Sichtbarkeit und KI-Sichtbarkeit und sagen dir, ob ein Neubau nötig ist oder gezielte Verbesserungen reichen. Wie wir neue Websites bauen, findest du unter Webdesign.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Homepage erstellen zu lassen?
Für eine Website mit fünf bis fünfzehn Seiten sind vier bis acht Wochen üblich. Der größte Zeitfaktor sind die Inhalte: Liegen Texte, Fotos und Zugänge zu Beginn vor, geht es deutlich schneller. Größere Projekte mit Shop oder Buchungssystem brauchen entsprechend länger.
Muss ich die Texte für meine Homepage selbst schreiben?
Nicht unbedingt, aber du musst das Wissen liefern. Gute Anbieter führen ein Interview mit dir und schreiben daraus suchmaschinenfreundliche Texte. Ganz ohne deine Mitarbeit entstehen austauschbare Texte, die weder Kunden noch Google überzeugen.
Woran erkenne ich ein schlechtes Angebot?
An fehlenden Angaben zu Struktur, Suchmaschinenoptimierung, Wartung und Eigentum an Domain und Inhalten. Auch sehr lange Mietverträge ohne klare Leistung und Pauschalen wie „SEO inklusive“ ohne Erklärung sind Warnsignale.


