SEO-Texte schreiben: der Ablauf, der für Google und KI-Suchen funktioniert

Kurz gesagt: SEO-Texte schreiben heißt nicht, ein Keyword möglichst oft unterzubringen. Ein guter SEO-Text beantwortet genau die Frage, die hinter einer Suche steckt, und zwar schneller und konkreter als die Seiten, die schon oben stehen. Der Ablauf dafür hat fünf Schritte: Suchabsicht prüfen, die Antwort an den Anfang stellen, aus echten Fragen gliedern, das Keyword an den richtigen Stellen platzieren und den Text mit eigener Erfahrung belegen. Genau diese Eigenschaften sorgen auch dafür, dass ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Übersichten deinen Text als Quelle nutzen.

Erst die Suchabsicht, dann der erste Satz

Der häufigste Fehler passiert, bevor überhaupt geschrieben wird: Jemand wählt ein Keyword und schreibt los, ohne zu prüfen, was Menschen bei dieser Suche eigentlich wollen. Dabei verrät Google das ganz offen. Gib dein Keyword ein und schau dir die ersten fünf Ergebnisse an. Stehen dort Ratgeber, willst du keinen Verkaufstext schreiben. Stehen dort Anbieterseiten aus deiner Stadt, hat ein allgemeiner Blogbeitrag kaum eine Chance. Stehen dort Preislisten, erwarten Suchende Zahlen.

Frag dich außerdem: Welche Frage bleibt bei den vorhandenen Ergebnissen offen? Oft sind die Top-Seiten lang, aber allgemein. Ein Physiotherapeut, der erklärt, wie die erste Behandlung bei ihm konkret abläuft, oder ein Handwerksbetrieb, der echte Preisspannen aus seinen Aufträgen nennt, schlägt jeden generischen Überblick. Diese Lücke ist dein Winkel.

Wichtig ist auch die Regel „ein Thema, eine Seite“. Wenn zwei deiner Seiten auf dieselbe Suche zielen, konkurrieren sie gegeneinander, und keine rankt richtig. Lieber eine starke Seite als zwei halbe.

Die Antwort gehört an den Anfang

Viele Texte beginnen mit einer Einleitung, die das Thema umkreist: „In der heutigen digitalen Welt ist es wichtiger denn je …“ Solche Sätze kosten Leserinnen und Leser Geduld und bringen dir nichts. Setz stattdessen die Kernantwort in die ersten zwei bis vier Sätze. Wer nur diesen Absatz liest, soll schon das Wichtigste wissen.

Das hat zwei Vorteile. Menschen bleiben eher auf der Seite, weil sie sofort merken, dass sie richtig sind. Und KI-Suchen ziehen sich genau solche kompakten, in sich geschlossenen Absätze heraus, wenn sie eine Antwort zusammenstellen. Ein Absatz, der ohne den Rest des Textes verständlich ist, lässt sich zitieren. Ein Absatz, der mit „wie oben erwähnt“ beginnt, nicht. Wie das Prinzip dahinter funktioniert, beschreibe ich im Beitrag Was ist Generative Engine Optimization.

Gliedern aus echten Fragen

Die Zwischenüberschriften sind das Gerüst deines Textes. Die besten Ideen dafür kommen nicht aus dem Kopf, sondern von deinen Kundinnen und Kunden. Schreib auf, was am Telefon, per Mail oder im Erstgespräch immer wieder gefragt wird. Ergänze das um die Fragen, die Google unter „Ähnliche Fragen“ anzeigt, und um die Vorschläge, die beim Tippen im Suchfeld erscheinen.

Aus diesen Fragen baust du drei bis fünf H2-Abschnitte. Jede Überschrift sollte für sich sagen, was in dem Abschnitt steht, „Was kostet eine Zahnreinigung?“ ist besser als „Kosten“. Innerhalb der Abschnitte gilt: kurze Absätze, ein Gedanke pro Absatz, Listen nur dort, wo es wirklich Aufzählungen gibt. Am Ende hilft ein Block mit häufigen Fragen, der die Randfragen einsammelt, die keinen eigenen Abschnitt verdienen.

Keyword platzieren, ohne es zu stopfen

Das Fokus-Keyword braucht nur wenige feste Plätze: im Seitentitel, in der H1, im ersten Absatz, in der URL und in der Meta-Beschreibung. Im restlichen Text verwendest du es dort, wo es natürlich klingt, und ansonsten Varianten und verwandte Begriffe. Google erkennt längst, dass „Physiotherapie Termin“ und „Termin beim Physiotherapeuten“ dasselbe meinen. Eine Keyword-Dichte von zwei oder drei Prozent anzustreben ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der Suchmaschinen noch Wörter gezählt haben.

Wichtiger als Wiederholungen sind die Begriffe, die zu einem Thema einfach dazugehören. Ein Text über Heizungstausch ohne die Wörter Förderung, Wärmepumpe und Heizlast wirkt unvollständig, egal wie oft „Heizungstausch“ darin steht. Dazu kommen zwei bis drei interne Links auf passende Seiten deiner Website, etwa von einem Ratgeber auf die zugehörige Leistungsseite. Die übrigen technischen Punkte auf der Seite, von Titel bis Bildbeschreibung, habe ich im Beitrag Onpage-Optimierung zusammengefasst.

Eigene Erfahrung ist dein Vorsprung – gerade mit KI

Seit jeder einen Text in Sekunden von ChatGPT schreiben lassen kann, sind allgemeine Texte wertlos geworden. Sie klingen alle gleich, und Google hat keinen Grund, ausgerechnet deinen zu zeigen. Was eine Maschine nicht hat, ist deine Praxis: Zahlen aus echten Aufträgen, typische Fehler, die du bei Kunden siehst, ein Beispiel aus der letzten Woche, eine klare Meinung, wann sich etwas nicht lohnt.

KI darf trotzdem helfen, etwa beim Gliedern, beim Kürzen oder beim Finden von Fragen. Der Kern des Textes sollte aber von dir kommen. Ergänze außerdem, wer schreibt: Name, Qualifikation, Erfahrung. Das stärkt das Vertrauen von Lesern und das Bild, das Suchmaschinen und KI-Systeme von dir als Fachquelle haben.

Nach vier bis acht Wochen lohnt sich ein Blick in die Search Console: Für welche Suchanfragen wird die Seite gezeigt? Tauchen dort Fragen auf, die dein Text noch nicht beantwortet, ergänzt du einen Abschnitt. So wird ein SEO-Text mit der Zeit besser, statt zu veralten. Wenn du wissen willst, welche deiner bestehenden Seiten das größte Potenzial haben und wo Texte gegeneinander arbeiten, zeige ich dir das im Website- und SEO-Audit. Die laufende Betreuung findest du unter SEO.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein SEO-Text sein?

So lang, wie die Frage es verlangt, und keinen Absatz länger. Eine Leistungsseite kommt oft mit 500 bis 800 Wörtern aus, ein ausführlicher Ratgeber braucht eher 1.000 bis 1.500. Einen guten Anhaltspunkt liefern die Seiten, die für dein Keyword schon oben stehen. Länge allein bringt aber keine besseren Positionen, Vollständigkeit und Klarheit schon.

Darf ich SEO-Texte mit ChatGPT schreiben?

Ja, Google bestraft KI-Texte nicht grundsätzlich, sondern Texte ohne Mehrwert. Wenn du ChatGPT nutzt, dann als Hilfe für Gliederung und Formulierung, nicht als Ersatz für deine Erfahrung. Prüfe jede Aussage, ergänze eigene Beispiele und Zahlen und streiche Allgemeinplätze. Ein unbearbeiteter KI-Text hat kaum eine Chance, sich gegen die bestehenden Ergebnisse durchzusetzen.

Wie oft muss das Keyword im Text vorkommen?

Es gibt keine feste Zahl. Wichtig ist das Keyword im Titel, in der H1, im ersten Absatz und in der URL. Danach reicht es, das Thema vollständig und in natürlicher Sprache zu behandeln. Wenn ein Satz holprig klingt, weil das Keyword hineingezwängt wurde, ist es einmal zu oft.