Strukturierte Daten: welches Schema-Markup kleine Betriebe wirklich brauchen
Kurz gesagt: Strukturierte Daten sind ein unsichtbarer Code-Abschnitt auf deiner Website, der Suchmaschinen und KI-Systemen in fester Form sagt, wer du bist, wo du sitzt, wann du geöffnet hast und was du anbietest. Das Vokabular dafür heißt Schema.org, das Format der Wahl ist JSON-LD. Für kleine Betriebe und Praxen reichen meist drei Typen: LocalBusiness (oder ein passender Untertyp), Organization mit Logo und Profilen sowie FAQPage oder Service auf den wichtigsten Seiten. Strukturierte Daten sind kein direkter Rankingfaktor, aber sie machen Angaben eindeutig – und genau das brauchen Google und KI-Suchen, um dich richtig einzuordnen und zu empfehlen.
Was strukturierte Daten sind – und was nicht
Auf deiner Kontaktseite steht deine Adresse. Ein Mensch erkennt sie sofort. Eine Maschine sieht zunächst nur Text und muss raten, ob „Hauptstraße 12“ deine Adresse ist, die eines Partners oder die Anfahrt zum Parkplatz. Strukturierte Daten nehmen dieses Raten ab: Im Quelltext steht zusätzlich ein Block, in dem ausdrücklich steht „Das ist ein Unternehmen, das ist seine Adresse, das sind die Öffnungszeiten, das ist die Telefonnummer“.
Wichtig ist, was strukturierte Daten nicht leisten. Sie heben keine schwache Seite nach vorn, und sie garantieren keine Sternchen oder Zusatzinformationen in den Suchergebnissen. Google entscheidet selbst, ob es erweiterte Darstellungen zeigt. Und das Markup muss zu dem passen, was auf der Seite sichtbar ist. Wer im Code Bewertungen oder Preise angibt, die kein Besucher sieht, riskiert eine manuelle Maßnahme statt eines Vorteils.
Warum Schema-Markup für KI-Suchen wichtiger wird
ChatGPT, Perplexity, Gemini und Googles KI-Übersichten fassen Informationen aus vielen Quellen zusammen. Sie empfehlen am liebsten Unternehmen, deren Angaben eindeutig und überall gleich sind: derselbe Name, dieselbe Adresse, dieselben Leistungen auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen. Strukturierte Daten sind der Ort, an dem du diese Angaben einmal sauber und maschinenlesbar festlegst. Über das Feld sameAs verknüpfst du deine Website zudem mit deinem Unternehmensprofil, deinen Social-Media-Konten und Branchenportalen. So erkennt eine Maschine, dass all diese Einträge zu ein und demselben Betrieb gehören.
Deshalb gehört Schema-Markup zu den Grundlagen, die ich unter GEO-Agentur beschreibe. Es ist kein Zaubertrick für KI-Sichtbarkeit, aber ohne eindeutige Angaben fehlt allem anderen das Fundament. Was Generative Engine Optimization insgesamt umfasst, steht im Beitrag Was ist Generative Engine Optimization.
Die drei Schema-Typen, die für kleine Betriebe reichen
Schema.org kennt Hunderte Typen. Für einen lokalen Betrieb tragen drei davon fast die ganze Arbeit.
LocalBusiness mit passendem Untertyp: Das ist der wichtigste Block. Statt des allgemeinen Typs nimmst du den genauesten, den es gibt: Dentist für die Zahnarztpraxis, Physiotherapy für die Physiotherapie, Plumber oder Electrician für den Handwerksbetrieb, SportsClub oder GolfCourse für den Verein. Darin gehören Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Geokoordinaten, Einzugsgebiet (areaServed) und die Adresse der Website. Die Angaben müssen buchstabengleich mit deinem Google-Unternehmensprofil übereinstimmen.
Organization mit Logo und Profilen: Hier stehen Logo, offizielle Firmierung und die sameAs-Verweise auf deine Profile. Bei vielen Betrieben lässt sich das mit dem LocalBusiness-Block zusammenfassen, wichtig ist nur, dass es eine eindeutige Identität gibt und nicht zwei widersprüchliche.
Service und FAQPage auf den Leistungsseiten: Mit Service beschreibst du einzelne Leistungen und verknüpfst sie mit deinem Betrieb. FAQPage passt auf Seiten, die sichtbar Fragen und Antworten enthalten. Google zeigt FAQ-Snippets inzwischen nur noch in wenigen Fällen, die klare Frage-Antwort-Struktur hilft aber KI-Systemen, passende Antworten zu finden und dich als Quelle zu nennen.
Dazu kommen Typen, die dein SEO-Plugin meist schon selbst setzt: WebSite, BreadcrumbList und Article für Blogbeiträge. Die musst du nicht von Hand bauen, nur prüfen.
Umsetzen und prüfen: so gehst du vor
Bei WordPress erledigen Rank Math oder Yoast einen Großteil. In den Einstellungen hinterlegst du Unternehmensart, Name, Logo, Adresse und Öffnungszeiten, und das Plugin schreibt den JSON-LD-Block auf jede Seite. Wie du die übrigen Plugin-Einstellungen sinnvoll setzt, steht unter WordPress SEO. Den genauen Untertyp und die sameAs-Verweise musst du oft selbst ergänzen, weil die Standardwerte zu allgemein sind.
Zum Prüfen brauchst du zwei kostenlose Werkzeuge:
- Den Test für Rich-Suchergebnisse von Google. Er zeigt, welche Typen er auf einer Seite erkennt und ob Pflichtfelder fehlen.
- Den Schema Markup Validator von Schema.org. Er prüft auch Typen, für die Google keine erweiterte Darstellung anbietet, etwa
Service.
Prüfe mindestens die Startseite, die Kontaktseite und deine wichtigste Leistungsseite. Die häufigsten Fehler, die ich finde: doppelte Blöcke, weil Theme und Plugin beide Markup ausgeben; eine alte Adresse oder Telefonnummer nach einem Umzug; der allgemeine Typ Organization statt eines lokalen Untertyps; und Bewertungssterne im Markup, die aus einem Widget stammen und auf der Seite gar nicht sichtbar sind. Danach zeigt dir die Search Console unter „Verbesserungen“, ob Google das Markup dauerhaft fehlerfrei liest.
Wann sich Hilfe lohnt
Für einen Betrieb mit einem Standort ist das Grundgerüst an einem Nachmittag erledigt. Aufwendiger wird es bei mehreren Standorten, bei vielen einzelnen Leistungen oder wenn Theme, Builder und Plugin sich gegenseitig überschreiben. Dann lohnt sich ein Blick von außen. Im Website-, SEO- und GEO-Audit prüfe ich deine strukturierten Daten zusammen mit Unternehmensprofil, Verzeichniseinträgen und Inhalten und sage dir, welche Lücken zuerst geschlossen werden sollten. Die laufende Betreuung findest du unter SEO.
Häufige Fragen
Sind strukturierte Daten ein Rankingfaktor?
Nicht direkt. Google hat mehrfach erklärt, dass Schema-Markup allein keine besseren Positionen bringt. Es hilft aber, Seiten richtig einzuordnen, kann erweiterte Darstellungen ermöglichen und macht deine Angaben für KI-Suchen eindeutig. Der Nutzen liegt also in besserer Darstellung und Zuordnung, nicht in einem Rankingbonus.
Was ist der Unterschied zwischen strukturierten Daten, Schema.org und JSON-LD?
Strukturierte Daten ist der Oberbegriff für maschinenlesbare Angaben auf einer Website. Schema.org ist das gemeinsame Vokabular, das festlegt, welche Typen und Felder es gibt, etwa LocalBusiness oder openingHours. JSON-LD ist das Format, in dem du dieses Vokabular in die Seite schreibst. Google empfiehlt JSON-LD, weil es getrennt vom sichtbaren Inhalt steht und sich leicht pflegen lässt.
Brauche ich für strukturierte Daten einen Programmierer?
Für die Grundlagen nicht. Bei WordPress setzen SEO-Plugins wie Rank Math oder Yoast das wichtigste Markup über Formulare in den Einstellungen. Einen Programmierer oder eine Agentur brauchst du erst, wenn mehrere Standorte, individuelle Leistungstypen oder Konflikte zwischen Theme und Plugin ins Spiel kommen.


