Kurz gesagt: Eine professionelle Website kostet 2026 je nach Umfang zwischen etwa 2.500 und 15.000 Euro einmalig, dazu 30 bis 150 Euro monatlich für Hosting, Wartung und Updates. Den Preis treibt fast nie die Technik, sondern die Menge an Inhalten, die jemand erarbeiten muss: Struktur, Texte, Fotos, Funktionen. Angebote unter 1.000 Euro enthalten praktisch immer nur ein Template ohne eigene Inhalte – und Angebote über 20.000 Euro lohnen sich erst, wenn die Website messbar Umsatz produziert.
Warum dieselbe Website 1.500 oder 15.000 Euro kostet
Wer drei Angebote einholt, bekommt oft Preise, die um den Faktor zehn auseinanderliegen – und meistens steht in allen dreien dasselbe drin: „responsive Website, 5 Seiten, SEO-optimiert“. Der Unterschied liegt nicht in dem, was auf dem Angebot steht, sondern in dem, was nicht draufsteht.
Beim günstigen Angebot bekommst du in der Regel ein gekauftes Template, in das deine Texte und Bilder eingesetzt werden – Texte, die du selbst lieferst. Beim teuren Angebot erarbeitet jemand mit dir die Seitenstruktur, recherchiert, wonach deine Zielgruppe tatsächlich sucht, schreibt Texte, die verkaufen, lässt Fotos machen und baut die Seiten so, dass sie in Google und in KI-Antworten gefunden werden.
Das ist keine Frage von Design-Geschmack, sondern von Arbeitsstunden. Eine gute Website ist zu ungefähr 20 Prozent Technik und zu 80 Prozent Inhalt und Struktur. Wenn ein Angebot billig ist, wurden diese 80 Prozent nicht eingepreist – sie fallen trotzdem an, nur eben bei dir.
Realistische Preisspannen
Konkrete Zahlen sind heikel, weil jedes Projekt anders ist. Trotzdem lassen sich für den deutschen Markt vier grobe Klassen benennen.
1.000 bis 2.500 Euro: Eine kleine, saubere Seite auf Template-Basis – Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum. Sinnvoll für Einzelunternehmer, die eine seriöse Visitenkarte im Netz brauchen und ihre Texte selbst schreiben. Was du hier nicht bekommst: Keyword-Recherche, eigene Fotos, durchdachte Conversion-Führung.
2.500 bis 6.000 Euro: Der Bereich, in dem die meisten Praxen, Vereine und Handwerksbetriebe gut aufgehoben sind. Individuelle Struktur, professionell geschriebene Texte für die wichtigsten Seiten, ordentliche Grundlagen für lokale Sichtbarkeit, Formulare, Termin- oder Rückrufanbindung. Ein realistisches Projekt über sechs bis zehn Wochen.
6.000 bis 15.000 Euro: Mehrere Standorte oder Leistungsbereiche, jeweils mit eigener Landingpage, Fotoproduktion vor Ort, Content-Strategie, Anbindung an Buchungs- oder Warenwirtschaftssysteme, mehrsprachig. Hier wird die Website zum Vertriebskanal, nicht nur zum Aushängeschild.
Ab 15.000 Euro: Shops mit vielen Artikeln, Portale, Kundenbereiche, Individualentwicklung. Das rechnet sich, wenn über die Seite direkt Umsatz läuft – und nur dann.
Welche Posten den Preis wirklich treiben
Wenn du ein Angebot verstehen willst, hilft es, nach diesen fünf Punkten zu fragen – sie machen den Löwenanteil der Kosten aus.
Texte. Der mit Abstand größte Posten und der häufigste Grund, warum Projekte monatelang liegen bleiben. Eine ordentlich recherchierte und geschriebene Seite kostet zwischen 150 und 500 Euro. Bei zwölf Seiten ist das ein vierstelliger Betrag – egal, ob er im Angebot steht oder ob du selbst 30 Stunden dafür aufwendest.
Bilder. Stockfotos sind billig und wirken auch so. Ein halber Tag Fotoproduktion in der Praxis, in der Werkstatt oder auf der Anlage kostet meist 600 bis 1.500 Euro und ist bei lokalen Anbietern fast immer das Geld wert, weil echte Bilder das Vertrauen erzeugen, das Text allein nicht schafft.
Struktur und Recherche. Welche Seiten braucht es überhaupt, wonach sucht deine Zielgruppe, welche Begriffe verwendet sie? Das sind ein bis drei Tage Arbeit, die man nicht sieht – die aber darüber entscheiden, ob die Seite später Anfragen bringt oder nur existiert.
Funktionen. Kontaktformular ist Standard. Terminbuchung, Kundenlogin, Bewerbungsformular mit Dateiupload, Schnittstellen zu Praxis- oder Vereinssoftware – jede dieser Funktionen ist ein eigenes kleines Projekt.
Sichtbarkeit. Technische Grundlagen, saubere Seitentitel, Ladezeit, strukturierte Daten, Auffindbarkeit für KI-Systeme. Wird gern als „SEO-optimiert“ pauschal mitverkauft und dann nicht gemacht. Wo eine bestehende Seite hier steht, zeigt der kostenlose Sichtbarkeits-Check in wenigen Minuten – auch als Grundlage, um ein Angebot zu bewerten.
Die laufenden Kosten, die im Angebot fehlen
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft. Realistisch kommen jedes Jahr Kosten dazu, und wer sie nicht einplant, hat nach zwei Jahren eine veraltete, unsichere Seite.
Hosting und Domain liegen je nach Anspruch bei 10 bis 40 Euro im Monat. Wartung – also Updates von System und Erweiterungen, Backups, Sicherheitsprüfungen – kostet gepflegt 30 bis 100 Euro monatlich. Das klingt nach wenig Gegenleistung, bis das erste Update eine Seite zerlegt oder eine ungepatchte Erweiterung ausgenutzt wird.
Dazu kommt die inhaltliche Pflege: neue Leistungen, aktuelle Preise, ein Beitrag pro Monat, Stellenanzeigen. Wer das intern macht, braucht ein System, das man ohne Technikwissen bedienen kann. Wer es abgibt, zahlt je nach Umfang 150 bis 500 Euro monatlich. Ein Teil dieser Routine lässt sich inzwischen sinnvoll automatisieren – wie das konkret aussieht, steht bei der KI-Automatisierung.
Woran du ein schlechtes Angebot erkennst
Es gibt ein paar verlässliche Warnzeichen, die unabhängig vom Preis gelten.
Ein Angebot ohne Seitenliste ist keins. Wenn nicht drinsteht, welche Seiten entstehen und wer die Texte schreibt, wird genau darüber später gestritten. Ebenso gehört hinein, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind – unbegrenzte Änderungen verspricht niemand, der schon zehn Projekte gemacht hat.
Zweitens: Klär, wem hinterher was gehört. Domain, Hosting-Zugang, das Content-Management-System und alle Inhalte müssen auf dich laufen. Baukastenlösungen, aus denen man Inhalte später nicht herausbekommt, sind billig im Einstieg und teuer beim Wechsel.
Drittens: Vorsicht bei Mietmodellen mit langer Bindung. „Website für 99 Euro im Monat“ klingt harmlos, sind über fünf Jahre aber knapp 6.000 Euro – und am Ende besitzt du nichts. Das kann funktionieren, wenn laufende Betreuung wirklich enthalten ist; als reines Finanzierungsmodell ist es teuer.
Und schließlich: Wer verspricht, dich „auf Platz 1 bei Google“ zu bringen, verspricht etwas, das niemand garantieren kann. Seriös ist, über Sichtbarkeit, Anfragen und messbare Ziele zu sprechen. Wie ich Projekte kalkuliere und was in meinen Angeboten steht, findest du unter Leistungen.
Häufige Fragen
Kann ich meine Website nicht einfach selbst bauen?
Technisch ja – moderne Baukästen sind gut genug, dass eine ordentliche Seite entstehen kann. Die Frage ist der Zeitaufwand: Rechne für eine kleine Seite mit 40 bis 80 Stunden inklusive Texten und Bildern. Wenn deine Arbeitsstunde 60 Euro wert ist, hast du damit den Preis einer professionellen Umsetzung bereits überschritten. Sinnvoll ist Selbstbauen vor allem am Anfang, wenn Budget wirklich knapp ist.
Was kostet ein Relaunch im Vergleich zu einer neuen Seite?
Oft ähnlich viel, manchmal mehr. Der Aufwand steckt in Inhalten und Struktur, nicht im leeren Grundgerüst – und bei einem Relaunch kommt die Arbeit dazu, bestehende Inhalte zu sichten und alte Adressen sauber weiterzuleiten, damit die vorhandene Sichtbarkeit nicht verloren geht. Genau dieser Punkt wird am häufigsten vergessen und richtet den größten Schaden an.
Wie lange dauert so ein Projekt?
Eine kleine Seite in drei bis vier Wochen, ein mittleres Projekt in sechs bis zehn. Der Engpass ist fast nie die Umsetzung, sondern die Zuarbeit: Texte freigeben, Fotos ermöglichen, Entscheidungen treffen. Projekte, die sich über ein Jahr ziehen, scheitern selten an der Agentur. Wie ich Projekte takte, damit das nicht passiert, steht unter Über mich.


