Kurz gesagt: Lokale Keywords findest du in vier Schritten: Du sammelst die Begriffe, die deine Kunden selbst benutzen (aus Anfragen, Telefonaten, Bewertungen), kombinierst sie mit Ort und Umgebung, prüfst über Google-Autovervollständigung und die Suchergebnisse, ob die Suchabsicht zu deinem Angebot passt, und ordnest am Ende jedem Begriff genau eine Seite zu. Dafür brauchst du kein bezahltes Tool – die wichtigsten Quellen sind deine eigene Praxis und die Google-Suche selbst.

Warum die naheliegenden Begriffe meist die falschen sind

Wer seine Website selbst optimiert, nimmt fast immer den Begriff, mit dem er sein Geschäft beschreibt. Eine Praxis schreibt „Physiotherapie“, ein Betrieb „Sanitärinstallation“, ein Verein „Sportangebot“. Das ist die Innensicht. Kunden tippen aber selten Branchenbezeichnungen ein, sondern ihr Problem: „Rücken eingeklemmt Mönchengladbach“, „Heizung macht Geräusche wer hilft“, „Padel spielen lernen in der Nähe“.

Der zweite Denkfehler ist die Größe. Ein hart umkämpfter Ein-Wort-Begriff bringt dir nichts, wenn du auf Seite drei landest. Lokale Suchen sind fast immer aus mehreren Wörtern zusammengesetzt und haben weniger Suchvolumen – dafür kommen die Leute mit einer konkreten Absicht und einem Standort, der zu dir passt. Genau diese Anfragen sind die, aus denen Anrufe werden.

Schritt 1: Die Sprache deiner Kunden einsammeln

Die besten Keyword-Quellen liegen bei dir im Haus, nicht in einem Tool. Nimm dir eine halbe Stunde und schreibe zusammen:

  • E-Mail-Anfragen der letzten Monate. Wie beschreiben Leute ihr Anliegen im ersten Satz? Diese Formulierungen sind Gold, weil sie ungefiltert sind.
  • Telefonnotizen und wiederkehrende Fragen. Was fragt jeder Zweite am Empfang? Genau danach wird auch gesucht.
  • Deine eigenen Google-Bewertungen. Kunden schreiben dort, weswegen sie gekommen sind – in ihren Worten.
  • Die Search Console, wenn du sie eingerichtet hast. Unter „Leistung“ siehst du die echten Suchanfragen, mit denen du heute schon gefunden wirst. Oft stehen dort Begriffe, an die du selbst nie gedacht hättest.

Sammle erst einmal alles ungefiltert in einer Tabelle. Bewerten kommt später.

Schritt 2: Mit Ort und Umgebung kombinieren

Jetzt bekommt jeder Begriff eine räumliche Dimension. Dabei gibt es drei Muster, die unterschiedlich funktionieren:

Leistung plus Ort: „Manuelle Therapie Mönchengladbach“. Das ist der Klassiker und meist der wichtigste Begriff einer Seite.

Leistung plus Stadtteil oder Nachbarort: „Physiotherapie Rheydt“, „Golfkurs Viersen“. Deutlich weniger Wettbewerb, und für Menschen, die keine zwanzig Minuten fahren wollen, hochrelevant. Wenn du im Umkreis arbeitest, sind die Nachbarorte deine unterschätzte Reserve.

Leistung plus „in der Nähe“ oder ohne Ort: Hier setzt Google den Standort selbst. Für diese Suchen optimierst du nicht über den Text, sondern über dein Google-Unternehmensprofil, konsistente Adressdaten und Bewertungen. Deshalb gehören Website und Profil immer zusammen gedacht.

Schritt 3: Die Suchabsicht prüfen – mit der Suche selbst

Bevor du eine Seite auf einen Begriff ausrichtest, prüfe zwei Dinge direkt in Google. Erstens die Autovervollständigung: Tippe deinen Begriff ein und sieh, was Google ergänzt. Diese Vorschläge sind echte, häufig gestellte Anfragen. Dasselbe gilt für den Block „Ähnliche Fragen“ unter den Ergebnissen – er ist eine fertige Liste an Themen für Unterseiten und FAQ-Abschnitte.

Zweitens die Ergebnisseite selbst. Was steht dort ganz oben? Wenn bei deinem Wunschbegriff ausschließlich Ratgeberartikel und Lexikonseiten ranken, sucht dort niemand einen Anbieter – dann ist das ein Thema für einen Blogbeitrag, nicht für deine Leistungsseite. Erscheint dagegen die Karte mit lokalen Anbietern, ist der Begriff für deine Leistungsseite goldrichtig. Diese Prüfung kostet zwei Minuten und verhindert wochenlange Arbeit am falschen Ziel.

Ein dritter Blick lohnt inzwischen zusätzlich: Stelle deine Frage einmal in ChatGPT oder Perplexity, so wie ein Kunde sie stellen würde. Wenn dort Mitbewerber namentlich genannt werden und du nicht, weißt du, wo eine zweite Baustelle liegt.

Schritt 4: Ein Begriff, eine Seite

Der häufigste Fehler nach der Recherche ist, alle gefundenen Begriffe auf die Startseite zu packen. Das Ergebnis: Die Seite rankt für nichts richtig. Ordne stattdessen jedem wichtigen Begriff genau eine Seite zu, und zwar so:

  • Der Hauptbegriff steht in Seitentitel, H1 und der ersten Zeile Text.
  • Verwandte Formulierungen und Fragen fließen natürlich in die Zwischenüberschriften ein.
  • Der Ort kommt vor, wo er hingehört – nicht in jedem Satz. Zwei bis drei Nennungen plus Adresse im Footer reichen.

Wenn zwei Seiten auf denselben Begriff zielen, konkurrieren sie miteinander. Dann führe sie zusammen. Und wenn du für einen Stadtteil eine eigene Seite anlegst, muss sie echten, eigenen Inhalt haben: Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Ansprechpartner. Ortsseiten, die sich nur im Städtenamen unterscheiden, bewertet Google als dünne Inhalte – damit schadest du dir eher.

Wenn du wissen willst, für welche lokalen Begriffe deine Website heute schon gefunden wird und wo die größte Lücke liegt, ist eine Bestandsaufnahme der schnellste Einstieg. Genau das mache ich im kostenlosen Sichtbarkeits-Check – klassische Google-Sichtbarkeit und KI-Sichtbarkeit zusammen. Was daraus an laufender Arbeit folgt, findest du bei den Leistungen.

Häufige Fragen

Brauche ich ein bezahltes Keyword-Tool?

Für den Anfang nicht. Autovervollständigung, „Ähnliche Fragen“, deine eigenen Anfragen und die Search Console decken den Großteil ab. Bezahlte Tools lohnen sich, wenn du Suchvolumen vergleichen und über viele Orte hinweg planen willst – bei einem Standort ist der Mehrwert überschaubar.

Wie viele Keywords brauche ich?

Weniger, als du denkst. Fünf bis zehn tragende Begriffe, jeder mit einer eigenen guten Seite, bringen mehr als eine Liste mit hundert Einträgen, die nirgends sauber umgesetzt sind. Erweitern kannst du später jederzeit über Blogbeiträge zu Detailfragen.

Wie oft sollte ich die Recherche wiederholen?

Ein bis zwei Mal im Jahr genügt, plus immer dann, wenn du eine neue Leistung aufnimmst oder ein neues Einzugsgebiet erschließt. Wichtiger als die Wiederholung ist der Blick in die Search Console: Dort siehst du laufend, mit welchen Begriffen du gefunden wirst, und findest neue Ansatzpunkte ganz ohne Recherche.

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